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Entlassungsmanagement im Krankenhaus

Auftraggeber: Gesundheits GmbH Deutschland
Bearbeiter: Dr. Karl Blum, Dr. Matthias Offermanns
Beginn: Oktober 2007
Ende: November 2008

Hintergrund

Das DKI hat mit finanzieller Unterstützung der Gesundheits GmbH Deutschland Fallstudien zum Entlassungsmanagement im Krankenhaus durchgeführt. Ziel des Projektes war es, ausgewählte Strukturen und erfolgskritische Faktoren des Schnittstellenmanagements zwischen stationärer und ambulanter Versorgung zu analysieren.

Methodik

In Umsetzung der Zielvorgabe wurde in neun innovativen Krankenhäusern untersucht, wie dort das Entlassungsmanagement organisiert ist. Die Fallstudien umfassten im Einzelnen Interviews mit ausgewählten Krankenhausmitarbeitern, Dokumentenanalysen sowie eine Patientenbefragung zum Entlassungsmanagement.

Ergebnisse

Die ökonomisch stärksten Effekte des Entlassungsmanagements beruhen auf entsprechenden Verweildauereffekten sowie eine Senkung von Wiederaufnahmeraten. Durch die Einrichtung eines Entlassungsmanagements erfolgt eine wesentliche Verbesserung der Prozesse im Rahmen der Entlassungsplanung und Patientenüberleitung. Die Restrukturierung des Entlassungsprozesses führt dazu, dass Redundanzen vermieden, Lehrlaufzeiten reduziert und ein zeit- und bedarfsgerechter Ablauf von Tätigkeiten gewährleistet ist.

Ein systematisches Entlassungsmanagement leistet einen wichtigen Beitrag zum sektorübergreifenden Versorgungsmanagement. Sowohl im Krankenhaus als auch bei den ambulanten und stationären Nachversorgern liegen die erforderlichen Informationen rechtzeitig und in hinreichender Differenzierung vor. Eine sachgerechte Anschlussversorgung der Patienten ist somit im Prinzip gewährleistet.

Das Entlassungsmanagement führt zu einer Arbeitserleichterung des Stationspersonals, insofern das Personal von administrativen Tätigkeiten entlastet wird. Es dient vor allem den Patienten bzw. ihren Angehörigen. Eine frühzeitige und gezielte Entlassungsplanung schafft die Voraussetzungen dafür, dass der erforderliche Nachsorgebedarf zur richtigen Zeit am richtigen Ort bzw. die nahtlose Weiterversorgung gegeben ist.

In einigen Teilnehmerkrankenhäusern kamen überdies externe Casemanager zum Einsatz, die nicht Angestellte des jeweiligen Krankenhauses, sondern eines kooperierenden Homecareanbieters sind. Schwerpunkte des externen Casemanagements bilden die Organisation und Koordination der ambulanten Weiterbehandlung, vor allem mit Blick auf die ambulante Pflege sowie besondere ambulante Therapien und damit verbundene Medizinprodukte (Homecarebedarf). Im Unterschied zum internen Casemanagement ist der externe Casemanager auch außerhalb des Krankenhauses tätig, insofern er verschiedene Nachversorger ggf. Patienten im häuslichen Umfeld aufsuchen.

Fazit

Ein funktionierendes Entlassungsmanagement bzw. eine reibungslose Patientenüberleitung dürfte zusehends zu einem wichtigen Wettbewerbsparameter der stationären Versorgung werden. Die Wahl des Krankenhauses durch Patienten sowie die Weiterempfehlung eines Krankenhauses durch andere Leistungserbringer werden sich künftig auch an der Qualität des Entlassungsmanagement orientieren. Im Wettbewerbsystem der DRG bildet eine bedarfsgerechte Überleitung daher einen strategischen Vorteil für die jeweiligen Krankenhäuser.

Literatur

Die DKI-Studie "Entlassungsmanagement im Krankenhaus" kann für eine Gebühr 29,95 Euro von der Homepage der Gesundheits GmbH Deutschland heruntergeladen werden unter:
http://www.htma.de/Service/Publikationen/index.html

Blum, K., Offermanns, M.: Organisationsstrukturen im Entlassungsmanagement Teil 1: Die Schwester/ der Pfleger, 2009, 48 (4), S. 395-398.

Blum, K., Offermanns, M.: Organisationsstrukturen im Entlassungsmanagement Teil 2: Die Schwester/ der Pfleger, 2009, 48 (5), S. 492-496.

Blum, K., Offermanns, M.: Prozesse in der Entlassungsplanung und Patientenüberleitung, das Krankenhaus, 2009, 101 (3), S. 221-228.