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Erfolgskritische Faktoren von Krankenhausfusionen

Auftraggeber: Schubert Unternehmensgruppe, Bank für Sozialwirtschaft AG
Bearbeiter: Dr. Matthias Offermanns (Deutsches Krankenhausinstitut), Dr. Petra Steffen (Deutsches Krankenhausinstitut)
Beginn: März 2010
Ende: Januar 2011

Hintergrund

Fusionen sind in der Gesamtwirtschaft häufig, obwohl sie im Hinblick auf den ökonomischen Erfolg eher kritisch beurteilt werden. Auch die Krankenhäuser reagieren auf den steigenden Kostendruck und Investitionsstau zunehmend mit Verbünden, Kooperationen und Fusionen. Bislang ist jedoch wenig über ihre Erfolgsfaktoren oder Probleme, die im Rahmen von Krankenhausfusionen auftreten, bekannt.

Methodik

Die Studie umfasste drei Projektmodule. In der Literaturanalyse wurden die Probleme und Erfolgsfaktoren von Fusionen systematisch ermittelt. Darauf aufbauend wurde der Fragebogen für die Befragung von Krankenhäusern mit Fusionserfahrung (n=369) entwickelt. Die Fallstudie diente dazu, die empirischen Ergebnisse qualitativ am Beispiel von erfolgreich fusionierten Krankenhäusern zu vertiefen und zu ergänzen.

Ergebnisse

Vor der Vertragsunterzeichnung wurden Due Diligence-Prüfungen ("harte", aber auch einige "weiche" Aspekte) umfassend analysiert und erste organisatorisch-strategische und personelle Maßnahmen festgelegt. Die Mitarbeiter wurden meist frühzeitig und umfassend über die Fusion informiert und (ein)gebunden. Um Synergieeffekte zu erzielen und Kosten zu sparen, wurden im Zuge der Fusion Funktionen standortübergreifend besetzt, Bereiche zusammengelegt sowie Leistungsangebote, Prozesse und das Personalmanagement angepasst.

Ausschlaggebend für die Fusionen waren insbesondere wirtschaftlich-ökonomische, marktpolitische und organisatorische Ziele, die teilweise bereits erreicht wurden (z. B. Kostensenkungen durch gemeinsamen Einkauf und gemeinsame Verwaltung, Verbesserung der wirtschaftlichen Situation, Erhöhung der Fallzahlen. Positive Veränderungen werden beispielweise bei der Verbesserung der strategischen Ausrichtung oder des Ressourceneinsatzes wahrgenommen. Insgesamt ziehen die Krankenhäuser eine positive Bilanz: Der Großteil der Krankenhäuser bewertet die Fusion als (sehr) erfolgreich und die eingangs gehegten Erwartungen wurden übertroffen. Die meisten Krankenhäuser würden wieder fusionieren.

Fazit

Das von den meisten Krankenhäusern realisierte Vorgehen, die Fusion umfangreich zu prüfen, schon vor Vertragsabschluss wesentliche Maßnahmen festzulegen oder zu ergreifen und diese im Fusionsprozess in zeitlich angemessenem Tempo unter Einbindung und Information der Mitarbeiter umzusetzen, hat sich als Erfolgsmodell erwiesen. Krankenhäuser, die eine Fusion anstreben oder planen, sollten sich an diesen Erfolgsmodellen orientieren.

Literatur

Langfassung der Studie: Download