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Klinisches Risikomanagement im Krankenhaus

Auftraggeber: Institut für Patientensicherheit (IfPS) mit finanzieller Unterstützung des AOK-Bundesverbandes
Bearbeiter: Projektleitung: Dr. Jörg Lauterberg (IFPS/AOK-Bundesverband), unter Mitarbeit von: Dr. Karl Blum (Deutsches Krankenhausinstitut), Matthias Briner (ETH Zürich / Hochschule Luzern), Dr. Constanze Lessing (IfPS)
Beginn: Januar 2010
Ende: April 2012

Hintergrund

Beim klinischen Risikomanagement handelt es sich um eine Methode, die das Ziel verfolgt, in systematische Form Fehler oder Risiken der Patientenversorgung zu verhindern und somit die Patientensicherheit zu erhöhen bzw. die Haftungsrisiken des Krankenhauses zu reduzieren. Unter einem Risikomanagementsystem versteht man dementsprechend die Gesamtheit aller organisatorischen Maßnahmen, die zur Erkennung, Analyse und Verhinderung von Risiken getroffen werden.

Methodik

Im Jahr 2010 haben das Institut für Patientensicherheit der Universität Bonn und das Deutsche Krankenhausinstitut im Auftrag des Aktionsbündnisses Patientensicherheit eine standardisierte schriftliche Repräsentativbefragung zum Entwicklungsstand des kRM in deutschen Krankenhäusern durchgeführt. An der Erhebung beteiligten sich bundesweit fast 500 Krankenhäuser (Response: 27%). Themenschwerpunkte der Befragung waren u.a. Strategien, Ziele, Strukturen und Methoden des kRM.

Ergebnisse

Mit der vorliegenden Befragung erfolgt erstmalig eine umfassende Bestandsaufnahme zum kRM in deutschen Krankenhäusern: Mehr als die Hälfte der Krankenhäuser hat eine schriftlich festgelegte Strategie für das kRM mit verbindlichen strategischen und operativen Zielen. Knapp die Hälfte verfügt über ein Critical Incident Reporting System (CIRS) zur Erfassung von Fehlern oder Beinahe-Fehlern.

Risikoschwerpunkte in den Krankenhäusern sind insbesondere Schnittstellenprobleme, die Arzneitherapie und Krankenhausinfektionen / Hygiene. Konkrete Maßnahmen zur Beeinflussung klinischer Risiken konzentrieren sich u.a. auf die Arzneimittelsicherheit, die Infektions-, Sturz- und Dekubitusprohylaxe sowie das OP- und Entlassungsmanagement.

Verbesserungsbedarf sehen die Krankenhäuser vor allem bei der Fehler- und Führungskultur, der Fortbildung sowie der internen Kommunikation und Vernetzung.

Fazit

Das kRM befindet sich in den deutschen Krankenhäusern noch in der Entwicklungs- und Implementierungsphase. Die Krankenhäuser besitzen noch nicht durchgängig auf detaillierten Strategien beruhende kRM-Gesamtsysteme mit kompletter Durchdringung aller Klinikbereiche. Dennoch sind bereits zahlreiche Elemente eines klinischen Risikomanagementsystems mehr oder minder systematisch umgesetzt. Künftig ist in der Krankenhauspraxis wie in der Versorgungsforschung die Effektivität von kRM-Systemen anhand von Ergebnisindikatoren der Krankenhausversorgung zu validieren.

Literatur

Hier können Sie die DKI Studie als pdf Datei downloaden:
Klinisches Risikomanagement im Krankenhaus