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Kultursensibilität der Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen

Auftraggeber: BKK vor Ort, Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA), mit Unterstützung von Faize Berger Management Services
Bearbeiter: Dr. Karl Blum, Dr. Petra Steffen, Anne Golisch
Beginn: März 2012
Ende: März 2013

Hintergrund

Der Anteil der Personen mit Migrationsgeschichte in der Bevölkerung nimmt sukzessive zu. Der steigende Migrantenanteil stellt auch die Krankenhäuser vor besondere Herausforderungen. Eine kultursensible Patientenversorgung berücksichtigt  sprachliche, kulturelle und religiöse Besonderheiten in der Behandlung und Betreuung von Patienten mit Migrationshintergrund. Mit der Befragung nordrhein-westfälischer Krankenhäuser erfolgte erstmalig eine grundlegende Bestandsaufnahme zur Kultursensibilität von Krankenhäusern in einem Bundesland.

Methodik

An der standardisierten schriftlichen Krankenhausbefragung beteiligten sich 57 Allgemeinkrankenhäuser in Nordrhein-Westfalen ab 50 Betten (Rücklaufquote 16%). Trotz des geringen Rücklaufs war die Verteilung der Stichprobenkrankenhäuser nach den Merkmalen Krankenhausgröße, Regionsgrundtyp und Migrantenanteil im Einzugsgebiet näherungsweise proportional zur Merkmalsverteilung in der Grundgesamtheit.

Ergebnisse

Für die Mehrzahl der Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen ist Kultursensibilität von strategischer Relevanz, insofern sie in der Unternehmensstrategie, in Leitbildern oder im Qualitätsmanagement ausdrücklich Berücksichtigung findet. In den meisten Häusern gibt es eine Vielzahl von migrationsspezifischen Maßnahmen, Instrumenten und Kompetenzen.

Für Patienten mit Migrationsgeschichte sind fremdsprachliche Informationsmaterialien weit verbreitet. Dies betrifft insbesondere die grundlegenden Informationen zur Behandlung oder zum Haupteingriff. Ansonsten erfolgen Übersetzungen für Patienten mit geringen Deutschkenntnissen im Wesentlichen mündlich. Dabei setzen die Krankenhäuser vor allem eigenes Personal mit gleicher Muttersprache ein.

Kulturelle oder religiöse Aspekte der Verpflegung finden in den meisten Krankenhäusern Berücksichtigung, so dass im Rahmen von Menüalternativen das Speiseangebot mit kulturspezifischen Essgewohnheiten vereinbar ist. Hinsichtlich der Unterkunft halten die meisten Krankenhäuser Gebetsräume oder Kapellen mit religiöser Ausstattung oder neutral gestaltete Religionsräume für alle Regionen sowie Aufbahrungsräume für Verstorbene vor.

Fazit

Die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen sind auf dem Weg, ihre Kultursensibilität weiter zu verbessern und die Patientenversorgung migrantenfreundlich auszurichten. Verbesserungspotenziale bestehen u.a. noch bei der Zielplanung und der Erfolgskontrolle des kultursensiblen Handelns, daneben noch bei der Verbreitung und Standardisierung von Prozessen und Verantwortlichkeiten. Auf Basis der Befragungsergebnisse leitet die DKI-Studie zahlreiche Handlungsempfehlungen für ein migrantenfreundliches Krankenhaus ab.

Literatur

Hier können Sie die DKI-Studie als pdf-Datei herunterladen:
Kultursensibilität der Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen