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Nicht-ärztliche Chirurgie- und Anästhesie-Assistenz

Auftraggeber: Deutsche Krankenhausgesellschaft - www.dkgev.de
Bearbeiter: Dr. Karl Blum, Dr. Matthias Offermanns
Beginn: Juni 2011
Ende: Februar 2013

Hintergrund

Während die herkömmlichen Assistenzberufe im OP üblicherweise nicht-ärztliche Tätigkeiten ausüben, geht es bei den bei den neueren Berufsbildern der nicht-ärztlichen Chirurgie- und Anästhesie-Assistenz um die regelhafte Delegation ärztlicher Tätigkeiten an besonders geschultes Personal, welches eigenständig spezialisierte Assistenzaufgaben im medizinischen und operationstechnischen Bereich unter Aufsicht eines Arztes übernehmen soll. In Deutschland steckt diese Entwicklung noch in den Anfängen. Die Studie analysiert die Praxistauglichkeit von entsprechenden Modellen.

Methodik

Im Bereich der Chirurgie-Assistenz existieren in Deutschland bereits verschiedene Aus- und Weiterbildungen sowie ein Bachelor-Studium.  In der DKI-Studie wurden alle Absolventen der einschlägigen Qualifizierungswege schriftlich befragt. Erste Ansätze der nicht-ärztlichen Anästhesie-Assistenz wurden in Deutschland nicht weiter verfolgt. Vor diesem Hintergrund wurden mittels einer Literaturanalyse einschlägige Berufsbilder aus den USA, Großbritannien und der Schweiz und ihre Übertragbarkeit auf hiesige Verhältnisse untersucht.

Ergebnisse

Die Ergebnisse der Absolventenbefragung belegen vorderhand eine gute Praxisbewährung der nicht-ärztlichen Chirurgie-Assistenz. Die Absolventen der verschiedenen Qualifizierungswege werden weitgehend entsprechend ihrem spezifischen Qualifikationsprofil für Tätigkeiten eingesetzt, die bislang Ärzten vorbehalten waren. Sie hatten kaum Probleme, eine qualifikationsadäquate Stelle zu finden. Die Befragten berichten überwiegend von positiven Auswirkungen in der Krankenhauspraxis, etwa mit Blick auf die Qualität der Assistenzleistungen, die Entlastung des Ärztlichen Dienstes oder die Akzeptanz des OP-Personals. Darüberhinaus fällt ihre Berufszufriedenheit insgesamt sehr hoch aus.

Im europäischen Ausland und vor allem in den USA liegen umfangreiche Erfahrungen mit der Übertragung von Aufgaben an nicht-ärztliche Anästhesie-Assistenten vor. Das Qualifikationsniveau der betrachteten nicht-ärztlichen Anästhesie-Assistenten ist sehr hoch. Sowohl die amerikanischen als auch die britischen und schweizerischen Mitglieder der verschiedenen Berufsgruppen verfügen über einen Hochschulabschluss. Tätigkeitsbeschreibungen und Kompetenzen variieren länder- und qualifikationsabhängig. Teilweise dürfen die nicht-ärztlichen Anästhesie-Assistenten ausschließlich unter der Aufsicht eines ärztlichen Anästhesisten tätig werden. Teilweise sind sie befähigt, den Anästhesisten partiell zu vertreten oder regionale und lokale Anästhesieverfahren eigenständig auszuführen.

Fazit

Die nicht-ärztliche Chirurgie- und Anästhesie-Assistenz hat im Ausland vielfach eine lange und bewährte Tradition. Angesichts langjähriger und positiver Erfahrungen in Gesundheitssystemen auf vergleichbarem Entwicklungsniveau wie in Deutschland steht daher eine grundsätzliche Übertragbarkeit auf hiesige Verhältnisse außer Frage. Dafür spricht neben Qualitäts-, Kosten- und Bedarfsargumenten auch die Tatsache, dass mittlerweile eine Reihe einschlägiger Qualifikationen in Deutschland entwickelt wurde.

Literatur 

Hier können Sie die DKI-Studie als pdf-Datei herunterladen:
Nicht-ärztliche Chirurgie- und Anästhesie-Assistenz